Artist: Bödel
Album: Dödsbringaren
Label: DiSTAT Records
VÖ: 30.01.2026
Bödel: Tod, Wut und Konsequenz
Bödel liefern mit „Dödsbringaren“ ein kompromissloses Crust-Debüt: roh, politisch, wütend und tief in der schwedischen Punk-DNA verwurzelt.
Mit „Dödsbringaren“ legen Bödel ein Debüt vor, das nicht um Aufmerksamkeit bittet, sondern sie sich mit Nachdruck nimmt. Verwurzelt in der traditionsreichen Punkerde Skaraborgs, wirkt dieses Album wie ein direkter Faustschlag aus der Vergangenheit – allerdings mit der Wucht und Präzision der Gegenwart. Crust, Hardcore und eine apokalyptische Grundstimmung verschmelzen hier zu einem Sound, der weder Rücksicht noch Pausen kennt.
Im Zentrum steht Frontfrau Leya, die trotz ihres jungen Alters eine vokale Autorität entfaltet, als hätte sie bereits mehrere Szenen kommen und gehen sehen. Ihr Gesang ist kein bloßes Schreien, sondern ein kontrolliertes, hasserfülltes Statement, das sich perfekt in die dichte, aggressive Instrumentierung einfügt. Gitarren und Bass arbeiten nicht ornamental, sondern funktional: sägend, treibend, kompromisslos. Die Produktion von Jocke Rydbjer sorgt dabei für genau die richtige Balance zwischen roher Kellerästhetik und klarer Durchschlagskraft.
„Dödsbringaren“ ist kein Album für Nuancen oder Wohlfühlmomente. Die Stücke rasen in knappen, hochkonzentrierten Einheiten vorbei, getragen von einer permanenten Endzeitspannung. Thematisch bewegt sich das Material zwischen Systemkritik, persönlicher Ohnmacht und gesellschaftlicher Anklage – ohne plakativ zu wirken. Statt Parolen gibt es kalte Wut, statt Pathos eine konsequente Härte, die glaubwürdig bleibt.
Besonders positiv fällt auf, dass Bödel trotz klarer Referenzen an den klassischen schwedischen Crust-Sound nicht wie ein reines Retro-Projekt klingen. Das Album wirkt geschlossen, fokussiert und überraschend erwachsen. Kleine Längen oder echte Ausfälle leistet sich die Platte nicht, auch wenn man sich stellenweise etwas mehr Dynamik oder Variabilität wünschen könnte. Genau hier bleibt noch Luft nach oben – was für ein Debüt allerdings eher als Versprechen denn als Schwäche zu lesen ist.
Unterm Strich ist „Dödsbringaren“ ein starkes erstes Ausrufezeichen: wütend, schnörkellos und glaubwürdig. Kein Album, das die Szene neu erfindet, aber eines, das sie mit Nachdruck daran erinnert, warum dieser Sound bis heute relevant ist. 7 von 10 Punkten sind dafür absolut gerechtfertigt.
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