Artist: Magnify The Sound
Album: Searching For A Quiet Place
Label: Crispin Glover Records
VÖ: 27.02.2026
Magnify The Sound: Auf der Suche nach Stille im Sturm
Mit Searching For A Quiet Place lotet Magnify The Sound die Grenzräume zwischen Folk, Metal und Improvisation aus – intensiv, rau und überraschend offen.
Mit Searching For A Quiet Place legen Magnify The Sound ihr zweites Album vor – und das fühlt sich an wie ein kontrollierter Sturzflug in emotionale und klangliche Zwischenräume. Wer hier einen gemütlichen Folk-Abend erwartet, wird freundlich, aber bestimmt aus dem Sessel geschoben. Dieses Album will nicht gefallen, es will etwas sagen. Und zwar mit Nachdruck.
Die Mischung aus elektrischer Gitarre, Schlagzeug, Stimme sowie Geige und Hardangerfiedel wirkt zunächst wie ein kühnes Experiment, entpuppt sich aber schnell als erstaunlich organisches Ganzes. Improvisation ist hier kein Selbstzweck, sondern das Fundament für eine Musik, die bewusst atmet, sich verdichtet, wieder löst und dann unerwartet zupackt. Mal schwebt alles fast körperlos im Raum, mal zieht ein schwerer, metallischer Sog die Stücke nach unten – stets mit einer klaren inneren Logik.
Besonders stark ist das Zusammenspiel der Beteiligten: Rhythmus wird nicht einfach gespielt, sondern erzählt; die Gitarrenarbeit bewegt sich zwischen rauer Kante und atmosphärischer Weite; die Stimme fungiert weniger als klassische Erzählerin, sondern eher als zusätzliches Instrument, das Emotionen andeutet, ohne sie auszuformulieren. Genau darin liegt die große Stärke des Albums: Es erklärt nichts, es öffnet Räume.
Die sechs Kompositionen greifen wie Zahnräder ineinander und ergeben ein Album, das man am besten am Stück hört. Searching For A Quiet Place fordert Aufmerksamkeit, belohnt diese aber mit Tiefe und Wiederentdeckungswert. Jeder Durchlauf legt neue Details frei – sei es ein rhythmischer Kniff, eine melodische Linie oder ein Moment unerwarteter Ruhe mitten im Sturm.
Unterm Strich ist das hier Musik für offene Ohren und neugierige Köpfe. Anspruchsvoll, aber nicht verkopft. Düster, aber nie hoffnungslos. Magnify The Sound beweisen eindrucksvoll, dass sie ihren eigenen Kompass gefunden haben – und ihm kompromisslos folgen.
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