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Artist: GLEN

Album: It Was A Bright Cold Day In April

Label: Kapitän Platte

VÖ: 20.02.2026

GLEN liefern mit „It Was A Bright Cold Day In April“ ein brodelndes Manifest zwischen Post-Rock, Neo-Kraut und kontrolliertem Chaos.


Mit ihrem vierten Studioalbum „It Was A Bright Cold Day In April“ schärfen GLEN ihr Profil bis zur schneidenden Klarheit – und klingen dabei, als hätten sie beschlossen, das alte Europa einmal kräftig durchzuschütteln. Schon der Titel, entlehnt aus dem berühmten Orwell-Roman, setzt den Ton: Hier geht es nicht um Wohlfühl-Post-Rock, sondern um eine Welt im Umbruch.

Du bekommst kein Songwriter-Album im klassischen Sinne, sondern fünf lange, instrumentale Spannungsbögen, die sich wie tektonische Platten verschieben. Zwischen repetitiven Gitarrenfiguren, stoischer Rhythmusarbeit und eruptiven Ausbrüchen entfaltet das Berliner Quartett eine hypnotische Kraft. Die beiden Gitarren von Wilhelm Stegmeier und Eleni Ampelakiotou verzahnen sich in scharfkantigen Patterns, während Roland Feinaeugles Bass und Achim Faerbers Drums das Fundament liefern – mal motorisch, mal zähflüssig, mal kurz vorm Kollaps.

Die Erweiterung durch Gäste – darunter Daxophon und wütend aufjaulende Saxophone – sorgt für zusätzliche Reibung. Gerade in den raueren Momenten wirkt das Album wie eine kontrollierte Detonation: Lärm nicht als Selbstzweck, sondern als dramaturgisches Mittel. Das ist physisch, fordernd und manchmal bewusst verstörend. Aber genau darin liegt die Faszination.

Produziert wurde das Ganze in Berlin, aufgenommen bei andereBaustelle und gemischt von MACK, einem Produzenten mit legendärem Hintergrund. Das hört man: Die Platte klingt druckvoll, transparent und räumlich tief. Jeder Ausbruch hat Luft, jede Wiederholung atmet. Trotz der Dichte bleibt alles greifbar.

Was GLEN besonders stark macht, ist ihr Sinn für Form. Die Stücke entwickeln sich organisch aus minimalen Keimzellen, wachsen, zerfallen, setzen neu an. Statt klassischer Dramaturgie setzen sie auf Bewegung und Prozess. Du wirst hineingezogen, verlierst kurz die Orientierung und findest dich in einer neuen Klanglandschaft wieder. Dieses Changieren zwischen Minimalismus und Explosion erinnert an Krautrock-Traditionen, trägt aber eine zeitgenössische, urbane Nervosität in sich.

Live funktioniert das noch intensiver: GLEN agieren wie ein einziger Organismus, präzise und gleichzeitig offen für spontane Wendungen. Die Energie ist direkt, fast körperlich spürbar.

Mit „It Was A Bright Cold Day In April“ legen GLEN ein Album vor, das nicht gefallen will, sondern wirken. Es fordert Dich, bleibt unbequem und wächst mit jedem Durchlauf. 8,5 von 10 Punkten sind hier mehr als verdient – weil Mut, Haltung und klangliche Konsequenz selten so zwingend zusammenfinden.

8.5/10
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