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Artist: THE GUILT

Album: Naked Rat Dance

Label: Icons Creating Evil Art/Rough Trade

VÖ: 16.01.2026

Mit Naked Rat Dance liefern The Guilt ein überdrehtes Elektropunk-Statement zwischen Riot-Grrrl, Goth-Pathos und Rattenrennen.


Wenn Du glaubst, Elektropunk sei längst auserzählt, kommen The Guilt aus Malmö um die Ecke und reißen Dir mit Naked Rat Dance erst mal gepflegt den Boden unter den Docs weg. Das dritte Album des Duos – bestehend aus Emma Wahlgren und Lizzy – ist kein gemütlicher Synth-Trip, sondern ein Hochgeschwindigkeitsritt durch Emotion, Ironie und ordentlich Verzerrung.

Schon in der Grundhaltung wird klar: Hier geht es nicht um Genre-Schubladen, sondern um Gefühl. Und das knallt. Die Platte wirkt wie ein permanenter Adrenalinstoß – getrieben von synthetischen Breitseiten, bewusst überzeichneten Sounds und einer Attitüde, die zwischen Selbstironie und existenzieller Dringlichkeit pendelt. Die Devise scheint gewesen zu sein: weniger Realismus, mehr Wucht. Und genau das hörst Du in jeder Sekunde.

Stilistisch prallen rotziger Riot-Spirit, düster schillernde Goth-Momente und überlebensgroße Hooklines aufeinander. Die Synths drücken und taumeln, die Beats wirken absichtlich enthemmt, die Gitarren setzen schräge Akzente statt brav zu begleiten. Das Ergebnis ist maximalistisch, leicht wahnsinnig und trotzdem erstaunlich präzise gebaut. Produziert, aufgenommen und gemischt wurde das Album von Alain Steffler, gemastert von Nikolay Evdokimov – und man merkt: Hier versteht jemand, wie man Dreck in Gold verwandelt.

Der Albumtitel ist mehr als nur ein schräger Gag. Ursprünglich aus einer Demo heraus entstanden, in der eine Distortion-Pedal-Legende namens RAT ordentlich mitmischte, hat sich das Bild weiterentwickelt. Die „nackte Ratte“ steht sinnbildlich für uns Menschen: verletzlich, getrieben, ständig in Bewegung, oft nebeneinander statt miteinander. Naked Rat Dance ist damit auch ein Kommentar auf das kollektive Rennen um Aufmerksamkeit, Erfolg und Nähe – und das alles mit Glitzer im Gesicht und Wut im Bauch.

Was das Album besonders macht, ist seine Mischung aus Humor und Schmerz. The Guilt nehmen sich nicht zu ernst, aber sie nehmen ihre Gefühle ernst. Zwischen ironischen Spitzen und hymnischen Refrains blitzt immer wieder eine fast schon unangenehme Ehrlichkeit auf. Es geht um Überforderung, Sehnsucht, Frust – aber eben auch ums Tanzen als Überlebensstrategie.

Live gilt das Duo ohnehin als Ausnahmezustand. Wer sie schon einmal gesehen hat, weiß: Stillstehen ist keine Option. Diese Energie ist auf Naked Rat Dance konserviert, ohne steril zu wirken. Es fühlt sich an, als würde die Band direkt in Deinem Wohnzimmer proben – nur lauter und mit mehr Neon.

Mit 7,5 von 10 Punkten ist das Album vielleicht nicht die endgültige Revolution des Elektropunk, aber es ist ein verdammt unterhaltsamer, mutiger und emotional aufgeladener Beitrag. The Guilt sprinten hier kopfüber in ihre bisher expressivste Phase – und Du solltest besser mithalten können.

7.5/10
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