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Artist: Kabasse

Album: About Sitting On Fences

Label: Kapitän Platte

VÖ: 13.02.2026

Zwischen Jazz, Prog und Soundtrack-Magie: Kabasse liefern ein Debüt, das Mut, Reife und Spielfreude vereint.


Mit „About Sitting On Fences“ legt das Münchner Sextett Kabasse ein Debüt vor, das sich nicht um Genregrenzen schert. Jazz, Progressive Rock und cineastische Klangflächen verschmelzen hier zu einem Sound, der gleichermaßen durchkomponiert wie frei atmend wirkt. Hinter dem Projekt steht Sigmund Perner, der seine über Jahrzehnte gesammelten musikalischen Ideen endlich in Form gegossen hat – unterstützt von einer eingespielten Crew aus München und Augsburg, inklusive seines Sohnes am Schlagzeug.

Was dieses Album so besonders macht, ist seine organische Balance. Komplexe Arrangements treffen auf spontane Improvisation, dichte Bläser- und Mallet-Farben auf luftige Keyboard-Flächen. Statt sich zwischen Kopf und Bauch entscheiden zu müssen, darfst Du beides haben. Mal schiebt die Rhythmusgruppe mit Nachdruck, mal öffnet sich der Raum für fragile, fast kammermusikalische Momente. Die Musik wirkt dabei nie verkopft – eher wie ein Gespräch unter guten Freunden, die sich gegenseitig herausfordern und inspirieren.

Aufgenommen wurde in einer Live-Studiosession – mit allen Risiken, die dazugehören. Genau diese Risikobereitschaft hört man. Es knistert, es atmet, es lebt. Die Stücke entwickeln sich nicht nach Schema F, sondern wachsen wie Gedanken, die Zeit brauchen, um sich zu entfalten. Der Albumtitel ist Programm: Hier wird nicht gesprungen, sondern beobachtet, gewartet, reflektiert. Und genau darin liegt die Stärke.

Jazz-Journalist Ulrich Habersetzer sprach von einem Spannungsfeld zwischen Vertrautem und Überraschendem – und das trifft es ziemlich gut. Kabasse schaffen es, Gegensätze nicht als Widerspruch, sondern als natürlichen Zustand zu begreifen: Druck und Zartheit, Komplexität und Eingängigkeit, Dichte und Transparenz existieren nebeneinander. Das Album verlangt kein Parteibekenntnis. Du musst Dich nicht entscheiden. Du darfst einfach sitzen bleiben – und hören.

Dass hier Musiker am Werk sind, die ihr Handwerk beherrschen, steht außer Frage. Doch „About Sitting On Fences“ ist mehr als Virtuositätsschau. Es ist ein Klanggefäß – passend zum Namen Kabasse, inspiriert von der Kalebasse als Resonanzkörper. Diese Platte wirkt wie ein Resonanzraum für Ideen, Erinnerungen und spontane Einfälle, die endlich ein Zuhause gefunden haben.

Unterm Strich ist das ein Debüt, das erstaunlich reif klingt, ohne an Frische zu verlieren. Kein lautes Statement, sondern ein nachhaltiger Eindruck. Wer Progressive Jazz mit cineastischer Weite und improvisatorischer Tiefe sucht, wird hier fündig.

8.5/10
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