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Artist: Stephanie Lamprea and Alistair MacDonald

Album: Ecstatic Visions

Label: Neuma Records

VÖ: 20.02.2026

Mystik trifft Maschine: „Ecstatic Visions“ verschmilzt Stimme, Elektronik und Visionen zu einem faszinierenden Klangritual.


Mit Ecstatic Visions liefern Stephanie Lamprea und Alistair MacDonald ein Album ab, das sich nicht mit Genre-Schubladen aufhält. Hier wird nicht einfach gesungen, hier werden Welten entworfen – zwischen mittelalterlicher Ekstase, barocker Poesie und algorithmischer Zukunftsvision. Das Ergebnis: ein intensives Hörerlebnis, das Dich gleichermaßen fordert und belohnt. Verdiente 8 von 10 Punkten.

Im Zentrum steht Lampreas Stimme – beweglich, radikal, bis an die Grenze des physisch Machbaren geführt. In der Tradition von Cathy Berberian oder Joan La Barbara lotet sie das Spektrum zwischen klanglicher Zerbrechlichkeit und eruptiver Expressivität aus. Dabei bleibt sie nie Selbstzweck, sondern fungiert als Medium: für Hildegard von Bingen ebenso wie für Anne Sexton oder KI-generierte Texte. Diese Spannweite macht das Album konzeptionell stark.

Alistair MacDonalds Live-Elektronik ist dabei kein bloßes Effektgerät, sondern dramaturgischer Mitspieler. Mal scheint die Stimme im digitalen Raum aufzugehen, mal wird sie durch elektronische Eingriffe verzerrt, gedehnt oder vervielfacht. Besonders in der titelgebenden Komposition entsteht ein faszinierendes Spiel mit Raum und Resonanz, das seinen Ursprung in der Akustik der Glasgow Cathedral hat. Du hörst nicht nur Töne, sondern Architektur, Hall, Schwingung.

Die Auswahl der Werke folgt einer klaren Idee: weibliche Stimme als schöpferische Kraft – historisch, spirituell, politisch. Angélica Negróns Vertonung der Texte von Juana Inés de la Cruz schwebt atmosphärisch zwischen Intimität und Ekstase. Wende Bartleys „Ellipsis“ entfaltet sich wie ein musikalischer Mondzyklus, während Eric Chasalows Vertonung von Anne Sexton die Stimme an ihre klanglichen Extrempunkte treibt.

Mit Robert Laidlows „Post-Singularity Songs“ wird es schließlich explizit zeitgenössisch. Ein Schöpfungsmythos, mitentwickelt von ChatGPT, trifft auf Dickinson und Donne. Das klingt theoretisch sperrig, funktioniert aber erstaunlich organisch. Gerade hier zeigt sich die Stärke des Albums: Technologie wird nicht als kaltes Gegenüber präsentiert, sondern als Erweiterung menschlicher Ausdruckskraft.

„Ecstatic Visions“ ist kein Hintergrund-Album für nebenbei. Es verlangt Aufmerksamkeit, Offenheit und ein Faible für avancierte Vokalkunst. Wenn Du bereit bist, Dich auf diese klangliche Grenzerfahrung einzulassen, erwartet Dich ein vielschichtiges, mutiges Werk, das Spiritualität und Digitalität nicht gegeneinander ausspielt, sondern ineinander verschränkt.

8/10
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